Vernetzt Zusammenarbeit in der Haltung der Neuen Autorität.
Als Schule sind wir der Überzeugung, dass eine gelingende Zusammenarbeit mit allen Beteiligten der Schlüssel für gute Entwicklungen und Lernerfolg ist. Als Schulteam messen wir starken Beziehungen einen hohen Stellenwert bei.
In der Haltung der Neuen Autorität schaffen wir Raum für Eigenverantwortung und Selbstwirksamkeit. Dadurch fördern wir die Entwicklung von Urteils- und Kritikfähigkeit unserer Kinder und Jugendlichen.
Die Neue Autorität wurde in den 1980er-Jahren vom israelischen Psychologen und emeritierten Professor Haim Omer entwickelt. Das Konzept verbindet Erkenntnisse aus Psychologie und Erziehungswissenschaft mit langjähriger Praxis und wurde gemeinsam mit Prof. Arist von Schlippe für den deutschsprachigen Raum weiterentwickelt sowie auf Schule, Familie und weitere pädagogische Handlungsfelder übertragen.
Präsenz & Beziehung: «Ich bin da und bleibe, auch wenn es schwierig ist.»Präsenz bedeutet, für Kinder und Jugendliche sichtbar, erreichbar und verlässlich da zu sein – in guten Zeiten ebenso wie in schwierigen Situationen. Wir Erwachsenen nehmen aufmerksam und interessiert Anteil am Leben der Kinder und begleiten sie unterstützend. Die Haltung dahinter lautet: «Wir sind da, wir bleiben und übernehmen Verantwortung – gerade auch dann, wenn es herausfordernd wird.» |
Gewaltloser Widerstand: «Wir sind mit diesem Verhalten nicht einverstanden und werden Widerstand leisten.»Gewaltloser Widerstand bedeutet, sich klar und beharrlich gegen schädliches Verhalten zu positionieren, ohne in Machtkämpfe oder Gewalt zu verfallen. Durch Präsenz, klare Kommunikation und konsequentes Handeln zeigen wir Erwachsenen unsere Verantwortung und unser Interesse an einer tragfähigen Beziehung zum Kind. So entstehen Schutz, Orientierung und Entwicklungsmöglichkeiten, während ein nachhaltiger Veränderungsprozess angestossen wird. |
Unterstützung & Netzwerk: «Ich brauche Unterstützung und hole mir Hilfe.» Unterstützung durch ein Netzwerk von Erwachsenen stärkt die Präsenz und Handlungsfähigkeit von uns Erwachsenen. Eltern, Lehrpersonen, Verwandte, Nachbarinnen und Nachbarn, Trainer, Vereinsleitende, Fachpersonen und weitere Bezugspersonen können Verantwortung mittragen, Orientierung geben und helfen, Eskalationen zu vermeiden. Gemeinsam vertreten sie die Werte des Netzwerks und tragen zu konstruktiven Lösungen bei. |
Verzögerung & Beharrlichkeit: «Wir haben jetzt keine Lösung, doch wir kommen darauf zurück.»Verzögerung und Beharrlichkeit bedeuten, auf herausforderndes Verhalten nicht impulsiv zu reagieren, sondern ruhig und klar Stellung zu beziehen. Wir Erwachsenen machen deutlich, dass ein Verhalten nicht akzeptiert wird, und kommen zu einem passenden Zeitpunkt darauf zurück. So werden Eskalationen vermieden, Selbstkontrolle gestärkt und die Würde aller Beteiligten gewahrt. |
Transparenz & Öffentlichkeit: «Wir informieren und machen unser Handeln sichtbar.» Transparenz bedeutet, belastende Situationen nicht allein zu tragen, sondern Unterstützung durch andere Erwachsene einzubeziehen. Durch das respektvolle Offenlegen herausfordernden Verhaltens wird die Verantwortung auf mehrere Schultern verteilt und die Präsenz der Erziehenden gestärkt. Dabei werden die Betroffenen nicht blossgestellt, sondern erfahren, dass ihr Umfeld aufmerksam ist und sie auf ihrem Weg begleitet. |
Wiedergutmachung: «Wir helfen dir, den entstandenen Schaden wiedergutzumachen.» Wiedergutmachung richtet den Blick auf den entstandenen Schaden und darauf, wie dieser ausgeglichen werden kann. Dabei übernehmen Kinder und Jugendliche Verantwortung für ihren Anteil und werden von den Erwachsenen dabei unterstützt, materielle, physische oder psychische Schäden wiedergutzumachen. So wird die Gemeinschaft gefördert und der Zusammenhalt gestärkt. |
Selbstkontrolle: «Ich kann nur mich kontrollieren.»Selbstkontrolle ist ein wichtiger Aspekt der Erziehung, da sie uns Erwachsenen hilft, auch in schwierigen Situationen ruhig und besonnen zu bleiben. Indem wir unser eigenes Verhalten bewusst steuern, können wir deeskalierend wirken, das Verhalten der Kinder positiv beeinflussen und vertrauensvolle Beziehungen fördern. Selbstkontrolle bedeutet dabei nicht, eigene Bedürfnisse und Emotionen zu unterdrücken, sondern sie wahrzunehmen und konstruktiv mit ihnen umzugehen. |
Unterscheidung zwischen Verhalten und Person: «Ich mag dich, dieses Verhalten kann ich aber nicht akzeptieren.» Die Differenzierung von Verhalten und Person bedeutet, das Verhalten eines Kindes klar anzusprechen, ohne das Kind als Person abzulehnen oder zu verurteilen. Wir Erwachsenen zeigen eine klare Haltung gegenüber unerwünschtem Verhalten und vermitteln gleichzeitig Wertschätzung, Respekt und Interesse an einer guten Beziehung. Indem wir auch in anspruchsvollen Situationen in Beziehung bleiben, fördern wir aktiv die Konfliktfähigkeit der Kinder und schaffen die Möglichkeit zur Entwicklung eines positiven Selbstbildes. |