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Elternabend Neue Autorität – gemeinsam unterwegs sein
Elternabend Neue Autorität – gemeinsam unterwegs sein

Am 3. Oktober 2022 haben sich rund 70 Eltern, Erziehungsberechtigte und Mitarbeitende der Schule Flaachtal gemeinsam Gedanken über alternative Wege in der Erziehung und Begleitung unserer Kinder und Jugendlichen gemacht. Kern des Abends war ein Fachreferat von Claudia Seefeldt, sina - systemisches Institut für Neue Autorität. Gerahmt wurde dieses von Umsetzungsberichten aus dem Schulalltag und angeregten Gesprächen. Die einleitenden Gedanken von Johanna Huber, Lehrperson der Sek Flaachtal, sowie die Präsentation von Claudia Seefeldt möchten wir an dieser Stelle für alle zugänglich machen.

 

Präsentation Neue Autorität

 

Als Lehrpersonen wie auch als Eltern werden wir regelmässig mit anspruchsvollen Situationen im Zusammenleben und -arbeiten mit unseren Kindern und Jugendlichen konfrontiert. Seitens der Schule sind wir fortlaufend darauf bedacht, diese möglichst konstruktiv, auf «gute Art und Weise» zu lösen.

 

In den letzten Jahren fand deswegen an vielen Schulen, auch an der Schule Flaachtal, ein Konzept Anklang, das von Haim Omer, einem israelischen Psychologen, stammt. Es beinhaltet Inputs für eine gewaltfreie Erziehung und nennt sich Neue Autorität. Dabei wird nicht das Rad neu erfunden, sondern es werden Möglichkeiten und Wege aufgezeigt, Kinder und Jugendliche gemeinsam auf eine konstruktive Art zu begleiten und ihr Wohl ins Zentrum zu stellen.

 

Der Name wurde gewählt in Abgrenzung zur Alten Autorität, wie viele von uns sie noch kennen: Erziehung durch Macht, Drohung und Bestrafung. Diese Art von Erziehung löst oft Furcht und/oder Aggression aus und beschädigt längerfristig die Beziehung zum Kind. 

 

In der Neun Autorität verstärkt man als erwachsene Person hingegen in schwierigen Situationen die Präsenz - anstatt durch Drohung Distanz zu schaffen, verleiht der eigenen Sorge Ausdruck - anstatt zu bestrafen, aber ist dabei bestrebt, die Würde des Kindes oder Jugendlichen zu bewahren - anstatt blockierende Scham zu bewirken. Man fokussiert sich dabei auf ein Verhalten, das nicht toleriert werden kann und nie auf die Person. Zudem ermöglicht man eine Wiedergutmachung - anstatt durch das Aussprechen einer Strafe zur Eskalation beizutragen. Die Wiedergutmachung grenzt sich von der Strafe darin ab, dass sie nicht von aussen auferlegt und passiv erduldet wird, sondern der/die Betroffene gefordert ist, sich aktiv einzubringen, um den entstandenen Schaden auszugleichen und dabei von Erwachsenen begleitet und unterstützt wird.

 

Zentral ist dabei, welche Werte hinter der eigenen Haltung als Erwachsener stehen. Diese sind für die Kinder und Jugendlichen sehr schnell spürbar durch die Art und Weise unserer Reaktion, Körpersprache und Kommunikation. 

 

Deswegen haben wir uns als ganze Schule im letzten Jahr intensiv damit auseinandergesetzt, welche Werte uns wichtig sind, für die wir einstehen wollen. Sie leiten uns bei der Arbeit und in unseren Entscheidungen, gerade in schwierigen Situationen. Auch für die nächsten Jahre ist das Thema als Schwerpunkt im Schulentwicklungsprogramm enthalten.